Du betrachtest gerade „Diese Aufgabe ist für mich eine große Ehre“ – Holger Reiprich, Leiter der Notfall- und Feuerwehrseelsorge, ist in der Karnevalsgesellschaft „Funkentöter“ der erste Regiments-Pfarrer

Holger Reiprich ist evangelischer Pfarrer und seit über 30 Jahren in der Feuerwehr- und Notfallseelsorge in Köln tätig. In dieser Session wurde der gebürtige Kölner zum Regiments-Pfarrer der Kölschen Funkentöter ernannt – ein Traditionscorps mit enger Verbindung zum Karneval.

Herr Reiprich, was bedeutet die Rolle des Regiments-Pfarrers für Sie?

Holger Reiprich: Die Funktion des Regiments-Pfarrers ist bei den Kölschen Funkentötern neu eingeführt worden. Für mich ist sie vor allem Ausdruck von Vertrauen und Wertschätzung. In dieser Rolle begleite ich die Gesellschaft seelsorglich, bin bei wichtigen Terminen präsent und verstehe mich als Ansprechpartner innerhalb der Gemeinschaft. Gleichzeitig verbindet sich hier mein beruflicher Hintergrund mit dem karnevalistischen Ehrenamt.

Was zeichnet die Kölschen Funkentöter als Karnevalsgesellschaft besonders aus?

Holger Reiprich: Die Kölschen Funkentöter sind ein Traditionschor der Berufsfeuerwehr Köln, gegründet in den 1930er-Jahren. Der Name leitet sich vom „Feuer ausmachen“ ab und verweist auf die enge Verbindung zur Feuerwehr. Diese Verbundenheit zeigt sich nicht nur in den historischen Uniformen, sondern auch in der Zusammensetzung der Gesellschaft: Alle Mitglieder haben einen Bezug zur Feuerwehr, überwiegend zur Berufs- oder Freiwilligen Feuerwehr Köln. Zugleich sind die Funkentöter fest im Kölner Karneval verankert.

Warum haben Sie sich entschieden, dieses Ehrenamt zu übernehmen?

Holger Reiprich: Die Ernennung zum Regiments-Pfarrer empfinde ich als große Ehre. Sie knüpft unmittelbar an meine langjährige Tätigkeit als Feuerwehrseelsorger an. Besonders schätze ich die Möglichkeit, Menschen, denen ich im beruflichen Kontext begegne, in einem anderen, gemeinschaftlichen Rahmen zu erleben. Die Funkentöter sind fast wie eine kleine Gemeinde: Man begleitet sich gegenseitig, nimmt Anteil am Leben des Einzelnen und übernimmt Verantwortung füreinander.

Gab es bereits besondere Momente in Ihrer neuen Funktion?

Beim Chorappell der Kölschen Funkentöter wurde Holger Reiprich offiziell zum Regiments-Pfarrer ernannt.

Holger Reiprich: Ein sehr bewegender Moment war der Karnevalistengottesdienst im Kölner Dom. Dort war ich sowohl als evangelischer Pfarrer als auch als Regiments-Pfarrer präsent. Diese Verbindung von Karneval, Kirche und Glauben, kurz vor der Proklamation des Dreigestirns, hat eine besondere Würde. Ebenso prägend war der Chorappell der Kölschen Funkentöter, bei dem meine Ernennung offiziell erfolgte und ich die große Wertschätzung der Gesellschaft erfahren durfte.

Das aktuelle Sessionsmotto betont die Bedeutung des Ehrenamts. Welche Rolle spielt es aus Ihrer Sicht für Köln?

Holger Reiprich: Das Ehrenamt ist für Köln unverzichtbar – sowohl im Karneval als auch bei der Feuerwehr. In der Notfallseelsorge engagieren sich überwiegend Ehrenamtliche, ohne die eine verlässliche Begleitung von Menschen in Krisensituationen nicht möglich wäre. Auch bei der Feuerwehr leisten die ehrenamtlichen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr einen zentralen Beitrag zum Brandschutz und zur Bewältigung größerer Einsatzlagen. Dieses Engagement trägt wesentlich zum gesellschaftlichen

Holger Reiprich auf der Sitzung der „Kölschen Funkentöter“ mit Präsident Guido Thiemermann

Zusammenhalt in der Stadt bei.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrem Amt setzen?

Holger Reiprich: Neben der repräsentativen Aufgabe ist mir die Vernetzung besonders wichtig. Ich möchte Verbindungen zwischen den Funkentötern, anderen Karnevalsgesellschaften und kirchlichen Initiativen stärken und so Brücken zwischen Feuerwehr, Karneval und Kirche bauen.

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Text: APK / Holger Reiprich
Foto(s): Holger Reiprich

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