Paare, die ihre Beziehung segnen lassen möchten, sind am Samstag, 11. Juli, ab 10 Uhr an der Volberger Kirche, Volberg 1, willkommen. Das Segensbüro „Hätzjeföhl“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region richtet dort eine Pop-up-Hochzeit aus: Rund ein Dutzend segnende Personen stehen bereit, um Paaren in persönlichen kleinen Ritualen den Segen zuzusprechen – ob in der Kirche, draußen im Grünen, an einem stillen Ort oder mitten im Dorf. Auch die Musik ist frei wählbar: Stehgeiger, Gitarre oder Orgel. Ob heterosexuell oder queer, ob standesamtlich verheiratet oder nicht – alle Paare sind willkommen, denn niemand soll aus formalen Gründen auf einen Segen verzichten müssen. Vor der Segnung gibt es ein Kennenlerngespräch, danach ein Glas Sekt und ein Hochzeitsfoto. Wer spontan vorbeikommen möchte, ist herzlich willkommen; wer eine feste Uhrzeit bevorzugt, kann sich vorab anmelden.
Die Aktion findet in Rösrath statt. Warum gerade dieser Ort gewählt wurde, erklärt Pfarrer Sebastian Baer-Henney vom Segensbüro Hätzjeföhl:
Ihr habt ein besonderes Event im Sommer geplant. Was habt ihr vor?
Sebastian Baer-Henney: Wir planen ein Hochzeitsfest, eine Hochzeit im Grünen. Wir haben das vor ein paar Jahren schon mal in der Stadt gemacht und wir wollen es diesmal im Grünen machen. Da, wo die Menschen sonst zur Erholung hinfahren, haben wir gedacht, da lassen wir die Leute ihr Glück finden und sie heiraten und werden von uns gesegnet als Paare. Sie können an diesem Tag ganz spontan oder mit Anmeldung ihren persönlichen Paarsegen für das Leben zu zweit bekommen.

Was erwartet die Paare ganz konkret?
Sebastian Baer-Henney: Ich weiß nicht, wer die Kirche in Volberg kennt. Das ist ein kleines Dorfkirchlein mit irrsinnig langer Geschichte. Es ist eingebettet in eine wunderschöne Landschaft. Es ist eine Hochzeit, wie man sie sich eigentlich besser nicht erträumen kann. Und wer mal in diesem Kirchlein drin gewesen ist, der wird das nicht vergessen. Es ist wie in einem kleinen, verwunschenen Traum.
Kann man sich denn nur in dieser Kirche trauen?
Sebastian Baer-Henney: Die Kirche bildet den Rahmen, aber man kann auch vor der Kirche heiraten. Man kann sich im Grünen, im Freien verheiraten lassen. Man kann dort, wo man sich persönlich vielleicht auch privat am wohlsten fühlt, die persönlichen Ja-Worte zueinander sprechen.
Und uns ist es wichtig zu sagen: Es kann ganz klassisch sein, aber das muss es nicht sein, weil viele Menschen auch diesen ganz klassischen Weg scheuen und gar nicht so viel persönliche Berührung mit diesem Segen in der Kirche haben. Sondern sie sagen, es ist schön, wenn wir begleitet werden als Paar. Es ist schön, wenn wir auch noch als Paar merken, dass dieses ganze große Zukunftskonstrukt nicht allein in unserer beider Händen liegt, sondern dass wir uns gerne in der Natur oder da, wo wir uns persönlich wohlfühlen, segnen lassen können.
Wer kann am 11. Juli heiraten?
Sebastian Baer-Henney: Segnen lassen können sich alle Menschen, die sich als Paar verstehen. Das heißt, wer für sich beschließt, wir möchten gerne dieses Leben zusammen verbringen oder die nächsten Jahre zusammen verbringen, wir wollen einen Marker setzen: Diese Paare können sich segnen lassen. Und das bedeutet, dass man, wenn man will, vorher standesamtlich geheiratet haben kann. Das ist aber kein Muss, sondern man kann auch dann kommen, wenn man sagt, unsere Beziehung ist uns gar nicht so formalistisch wichtig, aber wir wollen zusammen diesen Segen für uns bekommen.
Wirst nur du den Segen aussprechen oder werden auch andere Menschen segnen?
Sebastian Baer-Henney: Es werden zwei Dutzend Personen da sein, die Menschen segnen, weil wir viele Paare segnen wollen und weil die Paare auch gucken können sollen, wer passt eigentlich zu uns? Die einen wollen lieber eine weibliche Pfarrperson, die anderen eine männliche. Andere sagen, es soll bitte jemand sein, der queer ist oder jemand, der Erfahrungen mit einem bestimmten Milieu hat. Also das heißt, es muss ja irgendwie auch passen. Und deswegen werden sehr viele Menschen da sein, die Beziehungen und Paare segnen. Diese Personen werden an fünf verschiedenen Orten im Einsatz sein und werden dort ganz individuelle kleine Zeremonien machen.
Was kostet das Ganze?
Sebastian Baer-Henney: Das Ganze wird aus der Kirchensteuer finanziert. Das heißt, erstmal werden die Paare gar nichts bezahlen müssen, sondern wir sagen, Segen darf nicht verkauft werden, sondern wir als Kirche haben den Auftrag, Menschen Gutes zu tun und wir wollen, dass die Menschen gestärkt werden in dem, was sie für die Zukunft erwartet. Darum wird kein Paar da etwas bezahlen müssen. Es sei denn natürlich, man will jetzt Kaffee kaufen oder so etwas, das kostet. Aber auch das sind alles Preise, die man wahrscheinlich gut verschmerzen kann, vor allem verglichen zu einer herkömmlichen Hochzeitsfeier.
Muss man denn Kirchenmitglied sein, um sich segnen zu lassen?
Sebastian Baer-Henney: Man muss nicht Kirchenmitglied sein. Wir segnen Personen unabhängig davon. Wer Kirchenmitglied ist und standesamtlich geheiratet hat, der kann sich das dann hinterher auch ins Kirchbuch eintragen lassen, als offizielle kirchliche Trauung. Das ist aber auch schon der größte Unterschied. Wer sich liebt und wer Segen haben möchte, den werden wir nicht wegschicken. Wichtig ist allerdings schon, dass man mit diesem Segen etwas anfangen kann, weil es sonst irgendwie inhaltsleer ist, und dann können wir auch nicht guten Gewissens segnen. Aber wer sagt, ich möchte das für mich in Anspruch nehmen, der darf gerne kommen.
Weitere Informationen und Anmeldung unter www.haetzjefoehl.de
Text: APK
Foto(s): Haetzjeföhl
Der Beitrag Hochzeit im Grünen – Pop-up-Hochzeit in Rösrath am 11. Juli erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.
