Ein Duft von frischem Kaffee, herbstliche Dekoration funkelt auf den Tischen, in der Mitte liegt ein aufgeschlagenes Buch. Was wie ein gemütlicher Kaffeeklatsch wirkt, ist im „Lindweiler Treff“ ein Angebot gegen die Einsamkeit. Die „Märchenzeit“ bringt Menschen zusammen, die sonst oft allein mit ihren „trüben Gedanken“ blieben. Möglich gemacht hat dies auch die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH (ASG), die im vergangenen Jahr im Rahmen ihrer Aktion „AntoniterStärktGemeindeleben!“ insgesamt 12.000 Euro an kirchliche und soziale Projekte ausgeschüttet hat. Eines dieser Projekte ist die Märchenzeit in Lindweiler. Mit einer Spende von 1.001 Euro – die ASG verdoppelte einen zuvor eingeworbenen Betrag – konnte das Angebot für die Bewohnerinnen und Bewohner gesichert werden. „Diese Unterstützung war eine riesige Wertschätzung für unsere Arbeit“, freut sich Projektleiterin Melek Henze.
Wo „Der kleine Tag“ auf alte Traditionen trifft
Das Konzept ist bewusst einfach angelegt: Zwei Geschichten aus unterschiedlichen Zeiten oder Kulturräumen dienen als Gesprächsstarter. Kürzlich standen das moderne Märchen „Der kleine Tag“ von Wolfram Eicke und das englische Volksmärchen „Die Geschenke des kleinen Volkes“ im Mittelpunkt. „Wir möchten die Menschen zum assoziativen Erzählen anregen“, erklärt die Leitung des Treffs. Und das gelingt: Bei den Treffen, die meist acht bis zwölf Teilnehmende zählen, entstehen neue Kontakte und belastbare Beziehungen. Doch die Durchführung solcher Angebote wird in Zeiten von Haushaltssperren und Inflation schwieriger. „Ein Pfund Kaffee kostet derzeit fast 10 Euro“, schildern die Organisatorinnen und Organisatoren. Da viele Teilnehmende nur über geringe finanzielle Mittel verfügen, ist das Team auf Spenden angewiesen, um Snacks und Getränke kostenfrei anbieten zu können. Ohne die Förderung der ASG wäre die Verstetigung dieses niedrigschwelligen Ankers im Stadtteil kaum denkbar.
Besuch von der ASG
Besonders in Erinnerung blieb der Besuch von Guido Stephan, Geschäftsführer der ASG, der sich vor Ort selbst ein Bild von der Arbeit machte. Der Austausch wurde von den Teilnehmenden als sehr positiv wahrgenommen – nicht nur wegen der finanziellen Hilfe, sondern wegen des ehrlichen Interesses an den Menschen in Lindweiler. Ebenso war es auch für Guido Stephan eine Freude, Melek Henze kennenzulernen, die ihr Herzblut in den Lindweiler Treff steckt.
Bewerbungen für „AntoniterStärktGemeindeleben“ bis 31.3.2026 möglich
Der Erfolg der vergangenen Jahre motiviert die ASG, die Aktion fortzuführen. Für das Jahr 2026 hat die ASG den gesamten Spendentopf sogar auf mindestens 14.000 Euro erhöht. Bis zum 31. März 2026 können sich Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen aus dem Verbandsgebiet des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region wieder mit ihren Projekten bewerben. Egal ob Umweltprojekt, soziale Hilfe oder kulturelles Angebot – wichtig ist, dass das Gemeindeleben gestärkt wird. In Lindweiler hat die „Märchenzeit“ bereits bewiesen, dass eine Spende weit mehr bewirken kann als nur die Deckung von Kosten: Sie ermöglicht Begegnung, stärkt Teilhabe und schenkt den Menschen das Gefühl, einen „sehr schönen Nachmittag“ verbracht zu haben. Mehr Informationen unter: www.antoniter.de
Text: ASG
Foto(s): ASG
Der Beitrag Märchenstunde gegen die Einsamkeit: 1.001 Euro werden zum „Türöffner“ erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.
